22.09.2008, 06:08
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Disney Interactive! Wer bei diesen Namen nur an Mickey Mouse und Co. denkt, liegt in der modernen Zeit völlig falsch. Dieser Fakt passt umso mehr, wenn man sich mal die neuste Spieleperle anschaut. Pure ist eines dieser Spiele, welche man getrost als Geheimtipp bezeichnen kann. Da werkeln die Black Rock Studios mal ganz nebenbei an einem Offroad-Renner mit dem Fokus auf die immer beliebter werdenden ATV’s, auch bekannt unter den Namen Quad. Sicherlich haben die ersten Screenshots dafür gesorgt, dass man die riesigen Landschaften einfach mögen muss. Doch wer hätte gedacht das Pure die Auszeichnung „Best E3 Racing Game“ abräumt. Vorschusslorbeeren sind also schon mal genügend vorhanden. Doch kann das fertige Spiel genauso überzeugen, wie es die Entwickler gerne hätten? Oder bleibt Pure am Ende doch im Schlamm stecken? Wir haben es für euch herausgefunden.
HIER WIRD NICHT GETUNT, HIER WIRD AUFGEBAUT!
Nach dem stimmigen Intro findet man sich ganz klassisch vor der Auswahl mehrerer Optionen wieder. Den Kern des Spiels bildet die Welttournee. In insgesamt 10 verschiedenen Events bestreitet man im Laufe der Karriere maximal 7 Rennen pro Event. Das ist doch erstmal ordentlich Zündstoff für einen Rennfahrer mit dem Hang zur Schlammschlacht. Doch bevor es auf die Piste geht, muss man sich erst einmal sein persönliches ATV zusammenbauen. Wer jetzt aber denkt, mal eben schnell ein vorhandenes ATV aufzumotzen, liegt falsch. Hier wartet keine japanische Reisschüssel auf neue Spoiler. Nein in Pure wird das ATV von Grund auf aufgebaut. Das geht los bei der Auswahl des Rahmens, über die Lenkstange bis hin zur individuellen Karosserie mitsamt Handschützer. Dabei muss der Spieler auf verschiedene Attribute wie Beschleunigung oder Trickeignung achten. Alleine diese Prozedur wird dem Spieler einige Zeit abknöpfen. Ein Fest für Bastler also! Wer darauf aber keine Lust hat, kann sich auch per Knopfdruck ein ATV automatisch zusammenbasteln lassen. Hierbei muss man sich nur für ein Renn- oder Freestyle-ATV entscheiden. Das geht flott von der Hand, nimmt dem ATV aber auch den Persönlichkeitseffekt.
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Ist die eigene Rennsemmel erst einmal zusammengeschraubt, geht es auch schon ab auf die Piste voller Schmutz, Schlamm, Sand und was sonst noch so alles an der Kleidung kleben bleibt. Pure versucht erst gar nicht das Rad der Offroad-Racer neu zu erfinden. Schaut man sich die Spielmodi an, könnte man meinen, hier kommt ganz schnell Langeweile auf. Doch damit sollen Nörgler aber mal so richtig falsch liegen. Die 3 Spielmodi „Wettrennen“, „Sprint“ und „Freestyle“ bieten genügend Abwechslung und Spaß um damit eine ganze Kampagne zu füllen. In den Wettkampfrennen kommt es auf einen guten Mix aus Tricks und Schnelligkeit an. Wer Chancen auf einen Sieg sucht, sollte sich zusätzlich eine gute Rennlinie auf den verwinkelten Strecken zusammenstellen. Die Sprintrennen sind da schon einfacher gestaltet, verlangen aber eine fehlerlose Fahrt um auf dem Podium ganz oben zu stehen. Die Strecken sind kurz und bieten kaum Sprünge. Da sich der Boost aber nur durch Sprünge und daraus resultierende Tricks füllt, sollten diese in Sprintrennen gut getimt sein. Die letzte Variante Freestyle bietet den größten Spaß auf der Rennstrecke. Auf dem Bildschirm lacht euch eine Anzeige voll mit Sprit an. Damit der Tiger im Tank nicht schon nach kurzer Zeit schlafen geht, führt der Spieler Tricks und Sprünge aus. Zusätzlich sind überall auf der Rennstrecke Symbole verteilt. Sammelt der Spieler diese ein, hagelt es Multiplikatoren oder auch zusätzlichen Sprit. Da der Spieler diese Symbole aber nicht gepachtet hat, macht auch die KI Jagd darauf. Das alles spielt sich extrem vielseitig und bringt einfach nur Fun pur. Pure eben!
Übrigens darf man sämtliche Modi auch im Online-Modus gegen bis zu 15 Mitspieler ausfechten. Das gestaltet sich richtig cool und macht richtig Bock. Nur leider haben die Entwickler es versäumt, dem Spiel einen gescheiten Splitscreen-Modus zu verpassen. Damit ist der Multiplayerspaß nur Online möglich. Da hat man hier ein Spiel der alten Schule und dann fehlt so ein klassisch, selbstverständlicher Modus wie Splitscreen. Das ist wirklich schade.
I BELIEVE I CAN FLY
Hätten wir die Frage nach den Spielmodi also schon einmal geklärt. Doch wie fahren sich die Rennen? Stimmt das Gefühl der Lüfte? Und wie es stimmt. Nach einer stimmigen Einführung findet man sich auf seinem ATV wieder, natürlich zusammen mit 15 weiteren Fahrern. Entsprechend eng ist das Gedrängel in den ersten Kurven. Doch gerade dadurch kommt dieses herrliche Mittendrin-Gefühl. Wie schon vorher erwähnt lebt Pure nicht nur von der Raserei, sondern auch von den vielen Sprüngen. Die Tricks, die man als Spieler ausführen kann, teilen sich in 4 Stufen auf. Mit der A-Taste führt man einfache Tricks aus, während die Tasten B und Y für die anspruchsvollen Tricks zuständig sind. Ist der Boost bis zum Anschlag aufgefüllt, darf der Spieler mit den Tasten RB und LB einen extrem aufwendigen Trick ausführen. Diesen sollte man sich aber für die Riesen-Sprünge aufheben, denn solch ein Trick nimmt gern mal mehrere Sekunden in Anspruch. Überhaupt sind diese Riesensprünge herrlich unrealistisch und geben dem Fahrer ein Gefühl von Freiheit wie es nur selten ein Spiel geschafft hat. Das sind diese Momente, die Pure zu einem besonderen Spielerlebnis machen.
Anfänger sollten aber ab der 2. Stufe auf der Hut sein. Die künstliche Intelligenz verhält sich sehr menschlich und haut ordentlich auf die… Schlammburg. Da ist die Schadenfreude umso größer, fliegt ein Gegner vor euren Augen mal so richtig auf die Nase. Auf der anderen Seite erwartet den Spieler natürlich ein knackiger Schwierigkeitsgrad. Es kann passieren, dass man bereits ab der 2. Stufe einige Rennen mehrmals fahren muss, um aufs Siegertreppchen zu klettern. Anregung dafür gibt es mehr als genug. Nach jedem Rennen schaltet man neue Strecken, Outfits oder zahlreiche Bauteile für das eigene Quad frei. Dadurch entsteht die Motivation, die Rennen immer wieder neu zustarten bis der Sieg endlich in der Tasche steckt. Besonders das Verbessern des Quad’s bringt Dauer-Motivation. Und um wirklich alle Bauteile frei zuschalten, muss jedes Rennen gewonnen werden.
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Die Grafik ist ganz eindeutig einfach nur cool. Für herunterfallende Kinnladen sorgen alleine schon die riesigen, weitläufigen Strecken. Dem Auge wird dabei eine Weitsicht geboten, wie man sie sonst nur von hoch auflösenden Postkarten kennt. Die Auswahl erstreckt sich dabei vom malerischen Italien, über Kaliforniens Wüstenlandschaft bis hin zu den blauen Meeren aus Thailand. Die ATV’s und ihre Fahrer sehen aber nicht minder detailliert aus. Selbst kleinste Details wurden am ATV berücksichtigt, was der Betrachter schon beim Zusammenbau des Höllenofen bemerkt. Die Animationen des Fahrers und seines fahrbaren Untersatz besteigen den gleichen Level. Butterweich und geschmeidig laufen die Tricks ab, während das ATV bei der Fahrt auf dem Schlamm und im Flug einen realistischen Eindruck hinterlässt. Mit realistisch ist natürlich nur die Optik gemeint, denn ansonsten gibt sich Pure sehr überdreht und auf Action getrimmt.
Bei der Auswahl des Soundtracks haben die Black Rock Studios ein feines Gespür bewiesen. Ein Großteil der Tracks besteht aus rockigen Melodien. Doch auch elektronisch angehauchte Musikstücke sind vorhanden. Am Ende haben sie aber alle etwas gemeinsam: Sie treiben den Spieler immer wieder an, ordentlich auf den Putz zu hauen. Ob die Kommentare der Spielfigur nun passen, sei jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall wirken sie unaufdringlich und wiederholen sich nicht ständig. Da wir das nun alles geklärt hätten, bleibt eigentlich nur noch eine akustische Frage: Rocken auch die Motoren die Bude? Gut, was will man von einem 4-Takt beziehungsweise 2-Takt-Motor erwarten? Bullige V8-Klänge sind es sicherlich nicht. Aber keine Angst, auch hier erlaubt sich Pure keine Fehler und präsentiert knackige Motorgeräusche, bei denen sogar ein Unterschied zwischen 2-Takt und 4-Takt gemacht wird. Nicht unbedingt selbstverständlich in diesen Genre.
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Also da hat mich Pure ja mal so richtig platt gemacht. Wenn ich auf der Xbox360 mal etwas Schlamm am Reifen haben wollte, musste ich zu Kollegen wie Colin McRae DIRT wandern. So einen richtigen Funracer mit Tricks und dem ganzen Kram habe ich auf der Xbox360 leider vergebens gesucht. Und jetzt kommt da mal so ganz nebenbei Pure auf den Markt und wandert bei mir in der Liste der beliebtesten Spiele mit 4 Rädern gleich ganz weit nach oben. Alleine die malerischen Strecken haben es mir schon angetan. Das ich mein ATV dann auch noch von Grund auf selber zusammenbauen darf, setzt dem ganzen natürlich noch die Krone auf. Kritikpunkte gibt es kaum welche. Klar ist es ärgerlich dass der Splitscreenmodus fehlt, aber ich bin eh kein Freund von Onlinerennen. Auf jeden Fall spreche ich eine uneingeschränkte Empfehlung aus. Pure ist ganz klar der beste Funracer auf der Xbox360.
Quelle: xbox-newz.de
You look at me when I´m not looking at you.
You don´t think I catch you, but I always do.
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