08.02.2009, 10:04
== Rock Band ==
Lange mussten wir Europäer auf den Release von Rock Band warten und als ob das nicht schon schlimm genug ist, versalzt uns EA mit der sehr merkwürdigen Preispolitik gehörig die Suppe. Auf die hohen Preise von Rock Band ist allerdings schon so viel gemeckert worden, dass ich mich dazu hier nicht weiter auslassen möchte. Als erstes werfen wir mal einen Blick auf die Instrumente, die dem Instrumenten Bundle beiliegen.
=== Gitarre ===
Die Gitarre wirkt auf den ersten Blick äußerst hochwertig verarbeitet und hat ein sehr edles Design. Der schwarze Klavierlack passt hervorragend zur Optik und die Fender Beschriftung macht das ganze noch etwas realistischer. Selbst auf dem Gitarrengurt ist der Name von Fender verewigt.
Die farbigen Fret-Tasten stoßen nun nicht mehr aus dem Hals hervor, sondern sind in den Hals eingearbeitet. Dadurch kann man sehr viel schneller umgreifen, aber bei einem Verspielen kann schon einmal die Übersicht verloren gehen und es kann dauern, bis man wieder den richtigen Griff gefunden hat. Ich bin mir aber sicher, dass man mit etwas Übung besser mit der Rock Band Gitarre zurecht kommt, als mit den Guitar Hero Klampfen. Des weiteren gibt es noch neue Funktionen für Effekte, die ich aber selber noch nicht einmal genutzt habe. Man muss also wie ich finde keine großen Einschränkungen hinnehmen, wenn man weiterhin die alten Gitarren nutzt.
Ob man die neue Gitarre braucht, wenn man schon Guitar Hero Gitarren hat, das ist Geschmackssache. Die neuen, kleineren Tasten, braucht man nur bei den Soli und den Bonus-Soli, da man nicht die Anschlagtaste betätigen muss. Die Anschlagstaste gefällt mir persönlich wesentlich besser, als bei den alten Guitar Hero Gitarren, weil es sich weicher anfühlt und nicht mehr so nervige Klack-Geräusche macht. Dies mag zwar am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig sein, stellt sich aber meiner Meinung nach als großen Vorteil heraus. Außerdem ist die Gitarre ein stückchen größer, als die alten Gitarren. Dies macht sich aber weder positiv noch negativ bemerkbar, wie ich finde.
=== Drums ===
Kommen wir zu der interessantesten Neuheit, dem Drum-Kit. Es lässt sich äußerst fix auf und wieder abbauen und macht auf den ersten Blick ebenfalls einen soliden Eindruck.
Macht aber euch selbst und euren Nachbarn einen großen Gefallen und nehmt ein paar Modings für die Drumkits vor! Da die Drumfelder aus Hartplastik gefertigt sind, machen die einen gewalltigen Lärm beim Anschlagen. Ich habe direkt aus Amerika importierte Silent-Pads installiert und dadurch wird das Drum-Kit deutlich leiser.
Außerdem kann es passieren, dass bei größerer belasstung das Pedal für die Bass-Drum brechen kann, daher habe ich auch dort eine kleine Modifikation vorgenommen. Ebenfalls aus Amerika habe ich eine Metallplatte bestellt, die man sehr leicht auf das Plastik-Pedal schrauben kann. Dadurch sieht das Pedal nicht nur schöner aus, sondern wirkt auch viel robuster als zuvor.
Die Drumsticks haben eine erstklassige Qualität und sind von der Marke Ludwig.
=== Mikrofon ===
Bei dem Mikrofon war ich am meisten überrascht. Eine sehr hochwertige Verarbeitung und ein ordentliches Gewicht zeichnent dieses von Logitech gefertigte Mikrofon aus. Ein sehr langes Kabel garantiert eine große Bewegungsfreiheit. Damit alle Instrumente und eventuell auch eine vierte Gitarre als Bass angeschlossen werden können, braucht man einen USB-Hub, welcher beim Instrumenten Bundle auch beiliegt. Diesen finde ich aber leider etwas zu billig verarbeitet und ich habe etwas Angst, dass es schnell kaputt geht.
Dafür ist es sehr klein und lässt sich natürlich gut transportieren.
=== Gameplay - Einzelspieler ===
So kommen wir jetzt zum wichtigsten Teil dieses Tests und klären wir die Frage: "Wie spielt sich Rock Band?"
Fangen wir mit dem Gitarren-Part an, weil ich dort als erfahrener Spieler von Guitar Hero den Besten Vergleich machen kann. Die Navigation durch die Menüs gestaltet sich ähnlich leicht wie bei Guitar Hero und so landet man sehr schnell in der Solo-Karriere. Als erstes müsst ihr einen Gitarristen erstellen, der euch entweder sehr ähnlich sein soll oder völlig anders aussieht. Bei der Gestaltung der Charaktere könnt ihr euch richtig austoben und der Editor bietet im weiteren Verlauf der Karriere viele weitere Einstellungsmöglichkeiten, dazu später aber mehr.
Ist der Rocker erst einmal angelegt, so geht es sofort los. Als erstes starte ich das Lied "Should I Stay or Should I Go", welches bei den Gitarren wohl zu den leichteren Songs gehört. Da ich schon einige Erfahrungen mit Guitar Hero habe, starte ich den Schwierigkeitsgrad "schwer". Dieser wirkt bei dem ersten Lied aber komischerweise viel zu einfach, im Vergleich zu Guitar Hero 3 zum Beispiel.
Die Noten sind nicht mehr rund, sondern ziemlich flach. Dies sieht am Anfang zwar etwas komisch aus, aber schon nach nur wenigen Minuten stellt sich diese Darstellungsart als sehr viel besser und reifer im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten heraus. Sonst ist aber alles sehr stark mit Guitar Hero zu vergleichen: Es gibt Noten, die man nur durch umgreifen spielen kann und ebenfalls tauchen wieder die "Starpower" Noten auf, die jedoch deutlich positiver ausfallen, als bei Guitar Hero. Durch das Spielen dieser Noten lädt sich ein gelber Balken auf, den ihr durch hochziehen der Gitarre für einen doppelten Punktemultiplikator einsetzen könnt. Im Gegensatz zu Guitar Hero verschwinden jedoch während der "Starpower" nicht die Starnoten, sondern diese tauchen trotzdem noch auf. So könnt ihr unter umständen die Starpower-Zeit sogar noch einmal verlängern. Eine weitere Möglichkeit viele Punkte abzusahnen gibt es in den Solo-Passagen. Das Notenbrett wird bei intensiven Soli blau eingefärbt und eine Anzeige am oberen Bildschirmrand verrät euch, zu wie viel Prozent ihr das Solo gut absolviert habt. Schafft ihr ein zu 100 Prozent richtig gespieltes Solo, so hagelt es massig Punkte. Außerdem tauchen im Verlauf der Songs ab und zu freie Solo-Passagen auf, während denen ihr einfach auf die Tasten hämmern könnt. Spielt ihr jedoch die darauf folgende erste Note falsch, so gehen alle Bonuspunkte wieder verloren. Also aufpassen!
Wenn ihr besonders gut und ohne Fehler spielt, so gibt es nicht nur viele Punkte, sondern auch die Fans danken es euch und singen lauthals die Songs mit. Bei einer laut aufgedrehten Anlage ist eine große Gänsehaut somit garantiert! Leider gibt es die Fangesänge nur bei den auf der Disc enthaltenen Songs, alle heruntergeladenen Songs müssen auf dieses Feature verzichten.
Negativ fällt mir auf, dass die Hammer-Ons viel schwerer sind als bei Guitar Hero zu machen sind. Bei Guitar Hero kann man schon viel früher die Noten drücken, bei Rock Band muss man exakt im richtigen Moment die Noten greifen. Dies macht die Sache unverständlicherweise viel schwerer als zuvor und ist meiner Meinung ein großer Rückschritt auch gegenüber Guitar Hero 2, welches von den gleichen Entwicklern stammt. Wer die Xbox 360-Version von Rock Band benutzt, der kann ohne Probleme die alten Guitar Hero Klampfen anschließen, dazu gehören sowohl die Gitarre von Teil 2 sowie alle Gitarren vom dritten Teil (verkabelt und kabellos).
=== Schlagzeug ===
Schlagzeug zu spielen macht am meisten spaß. Schon nach drei gespielten Songs bin ich von leicht auf den mittleren Schwierigkeitsgrad umgestiegen. Ähnlich wie bei der Gitarre muss man im richtigen Moment die farbigen Felder anschlagen und bei dem senkrechten orangenen Balken die Bassdrum betätigen. Ab und zu kommen Solo-Passagen und ihr könnt wie ihr wollt auf die Felder hauen. Anschließend wird der Multiplikator aktiviert und ihr vergrößert euren Punktestand.
Wer auf dieses neue Instrument verzichtet, verpasst die witzigste und spaßigste Neuheit von Rock Band. Wie oben beschrieben sollten aber ein paar Veränderungen vorgenommen werden, damit das Spiel noch etwas mehr spaß macht. Denn die lauten Plastikgeräusche sind teilweise so laut, dass man die Musik fast gar nicht mehr hören kann. Mit den Silent-Pads jedoch ist dies dann kein Problem mehr! Mikrofon
Hier hat man sich natürlich an das Vorbild "Singstar" orientiert. Der Songtext läuft von rechts nach links und man muss die richtige Tonlage treffen. Dabei ist es im Prinzip egal, wie gut man singt, da man ebenfalls auch die Stimmen summen kann. Sehr gut gefallen hat mir, dass man einstellen kann, wie laut die Stimmen sind. Entweder man stellt die Original-Sänger ganz aus und lässt sich von mehr oder weniger guten Gesangsqualitäten von einem selbst betören, oder man stellt die Original-Stimmen auf die volle Lautstärke, sodass man seine eigene nicht ertragen muss. Damit es in manchen Passagen nicht zu langweilig wird, wurden kleine Minispiele eingebaut. Ihr haut zu bestimmten Zeitpunkten auf das Mikrofon, um eine Percussion zu simulieren.
Außerdem positiv ist die Tatsache, dass sich jedes USB-Mikrofon anschließen lässt und zusätzlich noch das Headset der Xbox 360. Mit dem Headset könnte man dann sogar gleichzeitig singen und Gitarre spielen.
=== Online-Multiplayer ===
Damit es alleine nicht zu schnell langweilig wird, kann man mit bis zu 4 Leuten online spielen. Dazu tretet ihr entweder einer zufälligen Band bei, oder ladet eure Xbox-Live Freunde zu einer Partie ein. Dies macht dann gleich mehr spaß, als nur alleine zu spielen.
Leider gibt es keinen Band-Tour-Mpdus im Online-Part, ein Bandleader wählt den Song selbst aus, der gespielt werden soll. Die Stimme bzw. der Gesang des Mitspielers wird übrigens nicht mit überragen, da es durch Lags zu störenden Verzögerungen kommen kann.
=== Offline Multiplayer ===
Dies ist der Hauptgrund, um sich Rock Band zuzulegen. Wenn man mit bis zu vier Freunden die Bude rockt, dann ist das der größte Spaß überhaupt. Anders als im Singleplayer-Modus müsst ihr nicht stumpf einfach alle Songs runterspielen, sondern bekommt zufällig Titel in eure Setlist gesetzt, oder ihr könnt selber welche aussuchen. Bei den zufällig ausgesuchten Songs kann es dann auch schon einmal vorkommen, dass richtig schwere Brocken ausgesucht werden. so habe ich mit Freunden schon als drittes Lied "Blackened" von Metallica (ein Download-song) zugewiesen bekommen. Das ist sehr fordernd und äußerst kompliziert.
Vor jedem song kann jeder Spieler den Schwierigkeitsgrad auswählen. Bei Songs, die vorher angezeigt werden ist das auch sehr nützlich, bei den Zufall-Playlisten ist dies mit einem großen Risiko verbunden, wenn man mal den härteren Schwierigkeitsgrad wählt.
Zusätzlich zu dem Geld bekommt man im Band-Tour Modus Fans. Je mehr ihr davon habt, desto größer werden eure Gigs.
Spielt einer eurer Band-Kollegen mal nicht so gut und er wird rausgeschmissen, so könnt ihr durch einsetzen vom Overdrive (Starpower) diesen Mitspieler wieder mit zurück ins Boot hohlen. Dies ist bis zu drei mal pro Mitspieler möglich. Vergeigt dieser dann noch einmal, so wird der Song abgebrochen und ihr verliert massig Fans.
=== Fazit ===
Rock Band rockt definitiv am Meisten im Offline-Multiplayer und legt auch seine größte Konzentration auf diesen. Im Einzelspieler sorgen die vielen verschiedenen Instrumente für eine lange Langzeitmotivation. Durch die wöchentlich neu erscheinenden Download-Songs (DLCs) ist der Nachschub an neuen Titeln immer garantiert.
Wer nur Gitarren-Nachschub als Guitar Hero Spieler sucht, der sollte lieber dieses Spiel nicht kaufen. Wer aber mal die Drums oder den Multiplayer-Modus spielen will, der macht mit dem Kauf von Rock Band absolut nichts falsch.
=== Pro: ===
- Viele Instrumente
- Durch DLCs ständig erweiterbar
- Das vielleicht beste Multiplayer-Spiel
- Auch für Neulinge ein leichter Einstieg
- Toller Klang
- Nette Hintergrundanimationen
- Hohe Langzeitmotivation
- Drums fetzen so richtig
Contra:
- Etwas wenig Standard-Songs (56)
- Tokio Hotel
- Gitarre im Singleplayer auf Mittel viel zu leicht
- Etwas trockener Single-Player, warum keine Band-Tour?
== Wertung: 95% ==
Lange mussten wir Europäer auf den Release von Rock Band warten und als ob das nicht schon schlimm genug ist, versalzt uns EA mit der sehr merkwürdigen Preispolitik gehörig die Suppe. Auf die hohen Preise von Rock Band ist allerdings schon so viel gemeckert worden, dass ich mich dazu hier nicht weiter auslassen möchte. Als erstes werfen wir mal einen Blick auf die Instrumente, die dem Instrumenten Bundle beiliegen.
=== Gitarre ===
Die Gitarre wirkt auf den ersten Blick äußerst hochwertig verarbeitet und hat ein sehr edles Design. Der schwarze Klavierlack passt hervorragend zur Optik und die Fender Beschriftung macht das ganze noch etwas realistischer. Selbst auf dem Gitarrengurt ist der Name von Fender verewigt.
Die farbigen Fret-Tasten stoßen nun nicht mehr aus dem Hals hervor, sondern sind in den Hals eingearbeitet. Dadurch kann man sehr viel schneller umgreifen, aber bei einem Verspielen kann schon einmal die Übersicht verloren gehen und es kann dauern, bis man wieder den richtigen Griff gefunden hat. Ich bin mir aber sicher, dass man mit etwas Übung besser mit der Rock Band Gitarre zurecht kommt, als mit den Guitar Hero Klampfen. Des weiteren gibt es noch neue Funktionen für Effekte, die ich aber selber noch nicht einmal genutzt habe. Man muss also wie ich finde keine großen Einschränkungen hinnehmen, wenn man weiterhin die alten Gitarren nutzt.
Ob man die neue Gitarre braucht, wenn man schon Guitar Hero Gitarren hat, das ist Geschmackssache. Die neuen, kleineren Tasten, braucht man nur bei den Soli und den Bonus-Soli, da man nicht die Anschlagtaste betätigen muss. Die Anschlagstaste gefällt mir persönlich wesentlich besser, als bei den alten Guitar Hero Gitarren, weil es sich weicher anfühlt und nicht mehr so nervige Klack-Geräusche macht. Dies mag zwar am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig sein, stellt sich aber meiner Meinung nach als großen Vorteil heraus. Außerdem ist die Gitarre ein stückchen größer, als die alten Gitarren. Dies macht sich aber weder positiv noch negativ bemerkbar, wie ich finde.
=== Drums ===
Kommen wir zu der interessantesten Neuheit, dem Drum-Kit. Es lässt sich äußerst fix auf und wieder abbauen und macht auf den ersten Blick ebenfalls einen soliden Eindruck.
Macht aber euch selbst und euren Nachbarn einen großen Gefallen und nehmt ein paar Modings für die Drumkits vor! Da die Drumfelder aus Hartplastik gefertigt sind, machen die einen gewalltigen Lärm beim Anschlagen. Ich habe direkt aus Amerika importierte Silent-Pads installiert und dadurch wird das Drum-Kit deutlich leiser.
Außerdem kann es passieren, dass bei größerer belasstung das Pedal für die Bass-Drum brechen kann, daher habe ich auch dort eine kleine Modifikation vorgenommen. Ebenfalls aus Amerika habe ich eine Metallplatte bestellt, die man sehr leicht auf das Plastik-Pedal schrauben kann. Dadurch sieht das Pedal nicht nur schöner aus, sondern wirkt auch viel robuster als zuvor.
Die Drumsticks haben eine erstklassige Qualität und sind von der Marke Ludwig.
=== Mikrofon ===
Bei dem Mikrofon war ich am meisten überrascht. Eine sehr hochwertige Verarbeitung und ein ordentliches Gewicht zeichnent dieses von Logitech gefertigte Mikrofon aus. Ein sehr langes Kabel garantiert eine große Bewegungsfreiheit. Damit alle Instrumente und eventuell auch eine vierte Gitarre als Bass angeschlossen werden können, braucht man einen USB-Hub, welcher beim Instrumenten Bundle auch beiliegt. Diesen finde ich aber leider etwas zu billig verarbeitet und ich habe etwas Angst, dass es schnell kaputt geht.
Dafür ist es sehr klein und lässt sich natürlich gut transportieren.
=== Gameplay - Einzelspieler ===
So kommen wir jetzt zum wichtigsten Teil dieses Tests und klären wir die Frage: "Wie spielt sich Rock Band?"
Fangen wir mit dem Gitarren-Part an, weil ich dort als erfahrener Spieler von Guitar Hero den Besten Vergleich machen kann. Die Navigation durch die Menüs gestaltet sich ähnlich leicht wie bei Guitar Hero und so landet man sehr schnell in der Solo-Karriere. Als erstes müsst ihr einen Gitarristen erstellen, der euch entweder sehr ähnlich sein soll oder völlig anders aussieht. Bei der Gestaltung der Charaktere könnt ihr euch richtig austoben und der Editor bietet im weiteren Verlauf der Karriere viele weitere Einstellungsmöglichkeiten, dazu später aber mehr.
Ist der Rocker erst einmal angelegt, so geht es sofort los. Als erstes starte ich das Lied "Should I Stay or Should I Go", welches bei den Gitarren wohl zu den leichteren Songs gehört. Da ich schon einige Erfahrungen mit Guitar Hero habe, starte ich den Schwierigkeitsgrad "schwer". Dieser wirkt bei dem ersten Lied aber komischerweise viel zu einfach, im Vergleich zu Guitar Hero 3 zum Beispiel.
Die Noten sind nicht mehr rund, sondern ziemlich flach. Dies sieht am Anfang zwar etwas komisch aus, aber schon nach nur wenigen Minuten stellt sich diese Darstellungsart als sehr viel besser und reifer im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten heraus. Sonst ist aber alles sehr stark mit Guitar Hero zu vergleichen: Es gibt Noten, die man nur durch umgreifen spielen kann und ebenfalls tauchen wieder die "Starpower" Noten auf, die jedoch deutlich positiver ausfallen, als bei Guitar Hero. Durch das Spielen dieser Noten lädt sich ein gelber Balken auf, den ihr durch hochziehen der Gitarre für einen doppelten Punktemultiplikator einsetzen könnt. Im Gegensatz zu Guitar Hero verschwinden jedoch während der "Starpower" nicht die Starnoten, sondern diese tauchen trotzdem noch auf. So könnt ihr unter umständen die Starpower-Zeit sogar noch einmal verlängern. Eine weitere Möglichkeit viele Punkte abzusahnen gibt es in den Solo-Passagen. Das Notenbrett wird bei intensiven Soli blau eingefärbt und eine Anzeige am oberen Bildschirmrand verrät euch, zu wie viel Prozent ihr das Solo gut absolviert habt. Schafft ihr ein zu 100 Prozent richtig gespieltes Solo, so hagelt es massig Punkte. Außerdem tauchen im Verlauf der Songs ab und zu freie Solo-Passagen auf, während denen ihr einfach auf die Tasten hämmern könnt. Spielt ihr jedoch die darauf folgende erste Note falsch, so gehen alle Bonuspunkte wieder verloren. Also aufpassen!
Wenn ihr besonders gut und ohne Fehler spielt, so gibt es nicht nur viele Punkte, sondern auch die Fans danken es euch und singen lauthals die Songs mit. Bei einer laut aufgedrehten Anlage ist eine große Gänsehaut somit garantiert! Leider gibt es die Fangesänge nur bei den auf der Disc enthaltenen Songs, alle heruntergeladenen Songs müssen auf dieses Feature verzichten.
Negativ fällt mir auf, dass die Hammer-Ons viel schwerer sind als bei Guitar Hero zu machen sind. Bei Guitar Hero kann man schon viel früher die Noten drücken, bei Rock Band muss man exakt im richtigen Moment die Noten greifen. Dies macht die Sache unverständlicherweise viel schwerer als zuvor und ist meiner Meinung ein großer Rückschritt auch gegenüber Guitar Hero 2, welches von den gleichen Entwicklern stammt. Wer die Xbox 360-Version von Rock Band benutzt, der kann ohne Probleme die alten Guitar Hero Klampfen anschließen, dazu gehören sowohl die Gitarre von Teil 2 sowie alle Gitarren vom dritten Teil (verkabelt und kabellos).
=== Schlagzeug ===
Schlagzeug zu spielen macht am meisten spaß. Schon nach drei gespielten Songs bin ich von leicht auf den mittleren Schwierigkeitsgrad umgestiegen. Ähnlich wie bei der Gitarre muss man im richtigen Moment die farbigen Felder anschlagen und bei dem senkrechten orangenen Balken die Bassdrum betätigen. Ab und zu kommen Solo-Passagen und ihr könnt wie ihr wollt auf die Felder hauen. Anschließend wird der Multiplikator aktiviert und ihr vergrößert euren Punktestand.
Wer auf dieses neue Instrument verzichtet, verpasst die witzigste und spaßigste Neuheit von Rock Band. Wie oben beschrieben sollten aber ein paar Veränderungen vorgenommen werden, damit das Spiel noch etwas mehr spaß macht. Denn die lauten Plastikgeräusche sind teilweise so laut, dass man die Musik fast gar nicht mehr hören kann. Mit den Silent-Pads jedoch ist dies dann kein Problem mehr! Mikrofon
Hier hat man sich natürlich an das Vorbild "Singstar" orientiert. Der Songtext läuft von rechts nach links und man muss die richtige Tonlage treffen. Dabei ist es im Prinzip egal, wie gut man singt, da man ebenfalls auch die Stimmen summen kann. Sehr gut gefallen hat mir, dass man einstellen kann, wie laut die Stimmen sind. Entweder man stellt die Original-Sänger ganz aus und lässt sich von mehr oder weniger guten Gesangsqualitäten von einem selbst betören, oder man stellt die Original-Stimmen auf die volle Lautstärke, sodass man seine eigene nicht ertragen muss. Damit es in manchen Passagen nicht zu langweilig wird, wurden kleine Minispiele eingebaut. Ihr haut zu bestimmten Zeitpunkten auf das Mikrofon, um eine Percussion zu simulieren.
Außerdem positiv ist die Tatsache, dass sich jedes USB-Mikrofon anschließen lässt und zusätzlich noch das Headset der Xbox 360. Mit dem Headset könnte man dann sogar gleichzeitig singen und Gitarre spielen.
=== Online-Multiplayer ===
Damit es alleine nicht zu schnell langweilig wird, kann man mit bis zu 4 Leuten online spielen. Dazu tretet ihr entweder einer zufälligen Band bei, oder ladet eure Xbox-Live Freunde zu einer Partie ein. Dies macht dann gleich mehr spaß, als nur alleine zu spielen.
Leider gibt es keinen Band-Tour-Mpdus im Online-Part, ein Bandleader wählt den Song selbst aus, der gespielt werden soll. Die Stimme bzw. der Gesang des Mitspielers wird übrigens nicht mit überragen, da es durch Lags zu störenden Verzögerungen kommen kann.
=== Offline Multiplayer ===
Dies ist der Hauptgrund, um sich Rock Band zuzulegen. Wenn man mit bis zu vier Freunden die Bude rockt, dann ist das der größte Spaß überhaupt. Anders als im Singleplayer-Modus müsst ihr nicht stumpf einfach alle Songs runterspielen, sondern bekommt zufällig Titel in eure Setlist gesetzt, oder ihr könnt selber welche aussuchen. Bei den zufällig ausgesuchten Songs kann es dann auch schon einmal vorkommen, dass richtig schwere Brocken ausgesucht werden. so habe ich mit Freunden schon als drittes Lied "Blackened" von Metallica (ein Download-song) zugewiesen bekommen. Das ist sehr fordernd und äußerst kompliziert.
Vor jedem song kann jeder Spieler den Schwierigkeitsgrad auswählen. Bei Songs, die vorher angezeigt werden ist das auch sehr nützlich, bei den Zufall-Playlisten ist dies mit einem großen Risiko verbunden, wenn man mal den härteren Schwierigkeitsgrad wählt.
Zusätzlich zu dem Geld bekommt man im Band-Tour Modus Fans. Je mehr ihr davon habt, desto größer werden eure Gigs.
Spielt einer eurer Band-Kollegen mal nicht so gut und er wird rausgeschmissen, so könnt ihr durch einsetzen vom Overdrive (Starpower) diesen Mitspieler wieder mit zurück ins Boot hohlen. Dies ist bis zu drei mal pro Mitspieler möglich. Vergeigt dieser dann noch einmal, so wird der Song abgebrochen und ihr verliert massig Fans.
=== Fazit ===
Rock Band rockt definitiv am Meisten im Offline-Multiplayer und legt auch seine größte Konzentration auf diesen. Im Einzelspieler sorgen die vielen verschiedenen Instrumente für eine lange Langzeitmotivation. Durch die wöchentlich neu erscheinenden Download-Songs (DLCs) ist der Nachschub an neuen Titeln immer garantiert.
Wer nur Gitarren-Nachschub als Guitar Hero Spieler sucht, der sollte lieber dieses Spiel nicht kaufen. Wer aber mal die Drums oder den Multiplayer-Modus spielen will, der macht mit dem Kauf von Rock Band absolut nichts falsch.
=== Pro: ===
- Viele Instrumente
- Durch DLCs ständig erweiterbar
- Das vielleicht beste Multiplayer-Spiel
- Auch für Neulinge ein leichter Einstieg
- Toller Klang
- Nette Hintergrundanimationen
- Hohe Langzeitmotivation
- Drums fetzen so richtig
Contra:
- Etwas wenig Standard-Songs (56)
- Tokio Hotel
- Gitarre im Singleplayer auf Mittel viel zu leicht
- Etwas trockener Single-Player, warum keine Band-Tour?
== Wertung: 95% ==


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