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Prince of Persia - The forgotten Sands
#1
[Bild: prince_of_persia_-_the_forgotten_sands_c...ox_360.jpg]

Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Release Date: 20.5.2010
Platformen: Xbox360, PS3, Wii, PC, DS, PSP
Genre: Action Adventure
Spielmodi: Singleplayer
Sprache: Deutsch erhältlich
USK: 12




So, ich habe dieses Spiel heute Mittag zuende gespielt.
Ich als Fan der Prince of Persia-Reihe würd gern ein paar Worte zu diesem Spiel sagen.
Die Sands of Time-Trilogie (welche nun keine Trilogie mehr ist) war zu Xbox1 Zeiten wirklich eins meiner persönlichen, absoluten Topspiele der Geschichte.
Ich war von der ersten Minute an vom ersten Teil der Reihe (Sands of Time) wirklich begeistert. Das Gameplay war spitze, die Grafik schick, aber das wichtigste:
Die Story war der Knüller schlechthin. Und als sich das ganze Spektakel um den Sand der Zeit dann auch noch über zwei weitere Fortsetzungen breitgemacht hat, kam man aus dem Bann einfach nicht mehr heraus.
Das gesamte Konzept, mit dem Verlauf der Zeit zu spielen, ist einfach eine ganz besondere Klasse, womit sich viel anstellen lässt. Die gesamte Geschichte um den Prinzen, der sein Königreich vom Sand der Zeit befreien muss und ständig in Schwierigkeiten gerät (bspw. der Dahaka, der auf Grund der Freisetzung des Sandes nach dem Leben des Prinzen trachtet), mit fernöstlichem Charme, toller Musikuntermalung, und einer sehr großen, liebevoll gestalteten, teils düsteren Welt lassen den Spieler in die Story eintauchen und mitreißen, wie in einem genialen Kinofilm oder in einem spannenden Buch.

Nachdem nach langem Warten auf einen Nachfolger 2008 der letzte Teil vom Prinzen in die Regale kam, war ich vor Allem erst einmal von der Optik sehr beeindruckt. Doch schnell wurde mir bewusst, dass der Prinz sehr starke Änderungen durchgemacht hat. Das gesamte Gameplay wurde umgestrickt - es gab keine freien Kämpfe und keinen Sand der Zeit mehr, was das Spiel meiner Meinung nach schon schnell abspecken ließ, wenn man die Vorgänger so geliebt hat. Auch der Prinz selber wirkte wie ausgetauscht und war für mich zwar ein durchaus sympathischer junger Mann, allerdings als der Prince of Persia eher unpassend. Mir fehlte in dem Spiel etwas die Ernsthaftigkeit des Prinzen, auch wenn ein paar lockere Sprüche durchaus erwünscht sind.

Doch dann durften die Fans wieder aufatmen und Ubisoft kündigte einen weiteren Nachfolger an, der diesmal endlich wieder an den Sand der Zeit anknüpft!
Der Trailer mit altbekanntem Prinzen und 'ner Menge Sand um sich herum war mir auf Anhieb sympathisch, und ich bin fast vom Stuhl gefallen vor Freude.
So blieb mir nur noch die Angst, dass der Schein trügt. Wobei: nein, Ubisoft wird schon wissen, was die Menschen da draußen haben wollen!
Und so fing ich neulich nach einer halben Ewigkeit an, den neusten Teil zu spielen:



Nach einer sehr gelungenen Introsequenz (vor allem optisch), in der der Prinz wieder mal seine akrobatischen Fähigkeiten unter Beweis stellen muss, gings auch schon los und man fand sich im altbekannten Szenario wieder:
Königreich in Feuer und Flammen und eine Menge Gegner, die nur darauf warten abgeschlachtet zu werden.
Sofort fiel mir die "neue" deutsche Stimme des Prinzen auf. Hatte man so viel Gefallen an der tiefen und düsteren Stimme aus den alten Spielen, wartet nun ein etwas aufgefrischter Kerl auf euch, der mich von der Stimmlage her sehr an Spiderman erinnert hat.
Ehrlich gesagt gefiel mir das ganze erst gar nicht, aber davon wollt ich mir auch nicht den Spaß verderben lassen und in Null komma nix hat man sich dann auch schon dran gewöhnt.
Weiter gings, und man wird schon sehr früh mit den altbekannten Akrobatikeinlagen (erneut) vertraut gemacht.

Das Gameplay hat mir sofort zugesagt. Es hat sich steuertechnisch kaum etwas im Gegensatz zu früher geändert, der Prinz lässt sich wieder mal wirklich gut bewegen, was vom Feeling her sofort wieder an die SoT-Reihe erinnert.
Der Prinz ist somit bspw. beim hektischen Ändern der Laufrichtung nicht gerade der flinkste, aber auch nicht zu träge - sondern meiner Meinung nach die perfekte Mitte, sodass das Gameplay schon noch recht authentisch, aber auch nicht zu kompliziert und realistisch von statten geht.
Wie man es sich denken kann wird das Gameplay auch noch wunderbar mit allen möglichen, altbekannten Features ausgeschmückt: Wandläufe, Hangeleien und Klettereinlagen bis zum geht nicht mehr, mit der nostalgischen Möglichkeit, nach einem heftigen Sturz die Zeit einfach wieder zurückzudrehen.
Aber momentmal, handelt es sich nun etwa um ein billiges Remake?
Nein! Ubisoft hat sich auch was einfallen lassen. So ist es in diesem Spiel nun auch möglich, diverse Elemente zu beherrschen, die man zwingend benötigt, um es in den nächsten Levelabschnitt zu schaffen.
So steht man fragend vor einem riesigen Wasserfall und hält schon nach den nächsten, nichtvorhandenen Wandeinkerbungen, Säulen oder Stangen Ausschau, doch die Lösung ist doch so simpel: man lässt das Wasser gefrieren und nutzt den Wasserfall für einen Wallrun zum nächsten Haltepunkt. Diese und noch weitere Innovationen erwarten euch, und wie ich finde, sind diese Neuheiten wirklich klasse durchdacht und stellen euch vor allem in den vielen Rätseln, an denen es auch absolut nicht fehlt, knifflig auf die Probe. Aber nicht nur Denkvermögen, sondern auch Fingerfertigkeit, Timing und Reflexe sind hier gefragt, da man im späteren Verlauf ziemlich ins Schwitzen kommen wird, was die Kombinationen im Gameplay angehen.
Kommen wir aber zurück zur Action: Kampfsystem.
Neben den vielen Rätseln wird man wie in alten Zeiten alle Paar Levelabschnitte gegen Horden von Sandmonstern antreten müssen.
Das Kampfsystem gestaltet sich meiner Meinung nach ganz gut, allerdings habe ich das Gefühl, dass trotz der Upgrades, die man im Laufe des Spiels mit Erfahrungspunkten "kaufen" kann, die akrobatischen Schwertkünste des Protagonisten im Gegensatz zu früher einen Ticken nachgelassen haben. So ist es nicht mehr möglich eine Wand hochzurennen, sich mit einem Salto abzustoßen und von oben herab den Gegner die Klinge spüren zu lassen.
Im Grunde spielt sich also fast alles auf ebenem Boden ab und was einem bleiben, sind diverse Schwertangriffe, Tritte und Specialmoves (bspw. den Gegner packen und aufschlitzen). Was aber glücklicher Weise doch geblieben ist, ist das Aufspringen auf den Gegner.
Nichtsdestotrotz geht der Spielfluss nicht verloren und pures Hack 'n' Slay ist um Gottes Willen nicht die Tagesordnung - zahlreiche Angriffe sind ja doch noch vorhanden, wenn es auch hätten mehr sein können.

Die Grafik ist nichts revolutionäres, aber dennoch zeitgerecht und gerade die Umgebungen, riesen Paläste und Landschaften (wenn man mal draußen ist) können sich auf jeden Fall gut sehen lassen.
Vor allem die Lichteffekte und Sonneneinstrahlungen empfand ich persönlich als sehr realistisch und angenehm.
Die Charaktere sind gut detailliert und dank Motion Capture sind die Animationen und vor allem Zwischensequenzen sehr authentisch gestaltet.
Tearing und starke Ruckler waren nach meinem Augenmaß kaum bis gar nicht vorhanden, sodass an besonderen Stellen der optische Eindruck nicht beeinträchtigt wurde.
An der Optik im gesamten habe ich also absolut nichts auszusetzen, aber es ist auch nichts, was man nicht schonmal gesehen hat.

Die Musikbegleitung ist super und passt stets zur Situation. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Musik im späteren Verlauf immer "epischer" wurde, was die Kampfszenen weiter aufgewertet hat und super zur Atmosphäre beiträgt, welche ja ohnehin schon klasse gelungen ist.
Nur leider hat mir persönlich der Mix aus Rock/Metal + persischer (?) Musik etwas gefehlt, der mir in Warrior Within so ans Herz gewachsen ist, was aber eine reine Geschmacksfrage sein dürfte.
Aber von der Nostalgie mal abgesehen, bietet auch der neue Teil eine sehr schöne, passende und liebevoll gemachte Spielmusik, die einem die Atmosphäre des persischen Reichs näher bringt.

Zum Storyverlauf möcht ich nun auch nicht zu viel verraten, da solltet ihr euch besser selbst überraschen lassen.
Jedoch ist die Geschichte meiner Meinung nach super und ergänzt die SoT-Reihe prima.
The forgotten Sands spielt zwischen dem ersten (The Sands of Time) und dem zweiten Teil (Warrior Within), und wiedermal geht es darum, das Geschehene wieder auszubaden und die zig Tausend Menschen, die dem Sand zum Opfer gefallen sind, von diesem Fluch zu befreien.
In diesem Teil lernt man erstmalig den Bruder (Malik) des Prinzen kennen, mit welchem man den Sand der Zeit (wer hätte es gedacht) freisetzt.
Dies war natürlich ein riesen Fehler und auch Malik scheint der Sand irgendwie nicht gut zu tun. Warum und weshalb werdet ihr früh genug im Spiel erfahren.
Der gesamte Storyverlauf hat mir ausgezeichnet gefallen, ich fand das Spiel durchgehend sehr spannend und das Böse wird im Laufe des Spiels immer mächtiger und größer bis zum endgültigen Showdown, welcher von der Machart meiner Meinung nach noch die Kirsche auf dem Sahnehäubchen war - ich finde es nur jammer Schade, dass ich das Spiel in wenigen Tagen schon beendet habe, und irgendwie kam mir die Story dadurch etwas kurz vor.
So gut mir die Story und die Atmosphäre auch gefallen haben und so sehr ich mich wieder einmal mitreißen und in die persische Welt entführen ließ, hätten eine längere Spielzeit und eine daraus folgende, tiefgründigere Story auch nicht schlecht getan. Entweder ich war nur zu oft am Spielen, oder die alten Teile waren wirklich etwas länger. Kann mich aber auch irren.




Fazit:
The forgotten Sands ist meiner Meinung nach zweifelsfrei ein ebenbürtiger Nachfolger der SoT-Reihe, und genau das, worauf ich seit Jahren gewartet habe!
Die Atmosphäre (und das ist mit das wichtigste!) ist die altbekannte, düstere und vertiefende, wie man sie kannte und sich bei einem Nachfolger wünschte.
Das Spiel spielt sich nahezu wie die Vorgänger, was einen eingefleischten Fan hoch erfreut, zwar mit ein Paar Schwächen, die allerdings durch einer Reihe Innovationen wieder voll ausgebadet werden. Durch die neuen Möglichkeiten im Gameplay macht das Spiel durchgehend Spaß und man wird sich an bestimmten Stellen auch in den Arsch beißen: der Schwierigkeitsgrad ist sehr knifflig, aber auch nicht ungerecht.
Das Spiel wird in keinster Weise langweilig und hat zumindest auf mich eine ähnliche Wirkung erzielt, wie die Serie es damals schon tat, wenn auch ich das Spiel leider etwas kurz fand.

Auf einer Schulnotenskala von 1+ bis 6 würde ich dem Spiel eine spontane Bewertung von 2+ geben.


Hoffe, dass jemand was mit meinem kleinen Bericht etwas anfangen kann.
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#2
Hat ja nicht wirklich gute Bewertungen bekommen, was ich eigentlich nicht richtig verstehe, da das eigentlich Manko imo nur die Kämpfe sind, welche bei PoP ja eigentlich nicht das wichtigste sind.

Und so Sachen wie das "gefrorene" Wasser sehen richtig Nett aus Wink
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#3
ja, das mit den bewertungen verstehe ich auch nicht.
vielleicht muss man ja fan von den alten teilen sein um den neuen gut zu finden, was ich mir aber auch echt nicht vorstellen kann.

aber aus diesem grund halte ich auch nicht sehr viel von "professionellen" spielebewertungen diverser magazin seiten.
es bekommen teils spiele, die ich absolut nicht mag, hervorragende bewertungen, und teils spiele, die ich klasse find, dann die schlechten bewertungen.
manchmal denk ich mir, dass die spieletester sich nicht wirklich auf das spiel einlassen.
klar, sowas ist größtenteils immer subjektiv und eine geschmacksfrage, aber dass beispielsweise PoP wegen dem kampfsystem nicht gut abgeschnitten hat (wo ich ja auch ein paar mängel aufgezählt habe, es aber immer noch als gut empfand), obwohl das, wie du sagst, nur ein bruchteil vom ganzen spiel ist, sagt ja schon einiges aus. versteh ich nicht.
zudem PoP ja eben durch die faszinierende story so etwas besonderes geworden ist. man muss sich bei "solch" einem spiel (es ist nunmal ein spiel mit "fülle", nicht so wie die meisten anderen) von story und atmosphäre vertiefen und mitreißen lassen, und ich denke das ist der punkt, den spieletester nicht eingehen.
die dagegen bewerten wohl nur daran, was sich "messen" lässt (wieviele verschiedene moves bietet das kampfsystem, wie ist die kameraführung etc.), nicht aber was so ein spiel für eine emotionale wirkung erzielen kann ähnlich wie bei einem spannenden buch oder film ...

also: glaubt nie den großen spieletestern.
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